Aki
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Akis Geschichte

Unsere Geschichte
Ja, wie war das nun mit Aki und mir?
Am Donnerstag, den 15.09.2005 landete die neue Ausgabe der „Corgipost“ in meinem Briefkasten.
Ich überflog sie...
Sofort blieb mein Blick an diesem kleinen Schwarzweiß- Foto hängen: „Aki“
Ich las den, nun ja... nicht gerade hoffnungsvollen Begleittext, welcher nicht zuversichtliche Wörter wie: aggressiv, dominant, beißen, Enkelkinder, einschläfern enthielt.
Aber, was soll ich sagen? Es war "Liebe auf den ersten Blick"
Ich kann es nicht anders erklären.
Ich zermürbte mir den ganzen lieben langen Tag den Kopf, was denn richtig oder falsch sei?
Sollte ich ihm eine Chance geben?
Sollte ich ihn seinem Schicksal überlassen?
Ich sprach noch am selben Abend meinem Freund:
"Schatz, ich muss dir da mal was erzählen, ... aber später erst.“
Neugierig wie er ist... hat er mich durchlöchert... so wie ich es wollte ;-)
Sein letzter Gedanke war: Geht es um einen Hund? Ich grinste nur... er nicht mehr... für ne Minute...
Ich erzählte ihm die Story und was sagt er? „Na dann holen wir ihn.“ Boah, also mit solch einer Entscheidungsfreudigkeit hätte ich dann doch nicht gerechnet...
Ich hatte mich auf "Frauliche Geschicklichkeit eingerichtet"
Nun, das war geklärt. Da gab es aber noch 2 wichtige Mitentscheider in meinem Leben: Meine Eltern...
Auch ihnen erzählte ich die Story. In dem Moment, wo meine Mutter ihre berechtigten Zweifel äußerte,
sagte mein Vater: „Hol ihn...“
Nah sagt mal, was ist denn mit den Männern los? Wenn es um männliche Schicksale geht ... empfinden sie sogleich Mitgefühl... Hut ab.
Nun ja... Am Freitag früh versuchte ich eine der Ansprechpartnerinnen der Hundehilfsorganisation "Hundehilfe Mariechen" (www.hundehilfe-mariechen.de) zu erreichen...
Gar nicht so einfach, aber glücklicherweise hat es dann doch noch funktioniert.
So gelangte ich zu Frau Zrenner, eine der Organisatorinnen der Hundehilfe.
Sie erzählte mir einen Teil von Akis Geschichte.
Ich unterhielt mich mit ihr über mein Zuhause, meine Hunde und meine Aktivitäten und darüber, dass ich doch gern versuchen würde, Aki in die richtige Bahn zu lenken.
Frau Zrenner fand mich alles in allem sehr nett und einen Versuch wert.
Sie gab mir daraufhin die Telefonnummer der Dame, die Aki im Moment betreute.
Ich rief sie nach dem Telefonat mit Frau Zrenner sofort an, aber auch sie zu erreichen war schwer.
Ich sprach ihr auf den Anrufbeantworter und sie rief mich prompt zurück
Sie erzählte mir von Akis "Dominanzproblemen" und davon, dass sie Aki sehr liebt, aber Angst um Ihre Enkelkinder und um den Publikumsverkehr auf ihrer „Ferien- und Pferderanch" habe.
Verständlich.
Ich verabredete mich mit ihr für den 18.09.2005, also für den kommenden Sonntag bei ihr.
Ich telefonierte daraufhin gleich noch einmal Frau Zrenner. Sie stieß einen "Glückseufz" heraus.
Ich fragte nun, wie wir weiter verfahren sollen.
Sie erzählte mir, dass normalerweise eine Platzvor- und eine Platznachkontrolle stattfände.
In meinem Dringlichkeitsfall wollte sie jedoch mit dem Vorstand versuchen, alles im Schnellverfahren abzuhandeln, damit ich Aki im Falle der Symphatie gleich mitnehmen könnte, denn immerhin waren es 500 km Fahrt bis zu ihm.
Nachdem alles beschlossene Sache war, weihte ich auch meinen Marco in meinen Plan ein, in welchem er mich in 2 Tagen nach Bayern fahren würde...
Er hat sich riesig gefreut... wenn er es auch nicht so ausdrücken konnte ;-)
Und schon klingelte Sonntag morgen um 3 Uhr der Wecker...
Irgendwie stört mich das bei solchen Vorhaben nie.
Die Reise begann.
Nach 4 Stunden doch recht nebliger und von Müdigkeit getragener Fahrt passierten wir das Ortseingangschild von Akis derzeitigem zuhause.
Nach anfänglicher Schwierigkeit fanden wir dann, dank einer netten Verkäuferin, die Pferderanch.
Als wir aus dem Auto stiegen, kamen uns gleich einige „Australien Shepherds“ entgegen. Ich glaube 6 Hunde zählte ich. Darunter versteckte sich auch eine rote Corgidame und ein Terrier. Aber ein Tricolor-Pem- Rüde war nicht zu sehen, aber zugleich zu hören.
Und um die Ecke kam ein kleiner Aki.
Ein kleiner, dicker Aki.
Ich möchte nicht leugnen, dass mich seine Körpermaße schon etwas erschrocken haben.
Auch Akis Frauchen kam zu uns und begrüßte uns.
Wir sprachen etwas über Aki und über seine doch sehr dominanten Züge. Aber... ich habe mich sofort in ihn verliebt. Er hat irgend etwas edles, unabhängiges.
Ich sagte zu Akis Besitzerin: „Wenn sie ihn mir geben, nehme ich ihn mit.“
Ich denke, sie war doch sehr traurig darüber, denn das Herz hatte Aki ihr bereits gestohlen.
Es war ihr jedoch bei all dem Publikumsverkehr und um der Gesundheit der Kinder nicht möglich, ihn zu behalten.
Sie ging bewegt nach oben und holte den Schutzvertrag, den sie im Auftrag der Nothilfe mit mir ausfüllen musste.
Sie fragte mich noch einmal: Sind sie sich sicher? Ich sagte: JA
Wir unterschrieben den Vertrag und gingen zu meinem Auto.
Aki stand übrigens bereits davor.
Akis Frauchen hob ihn ins Auto, verabschiedete sich unter Tränen von Aki, drückte mich noch einmal sehr lieb und auf ging die sehr flotte Reise zurück nach Thüringen.
Zuhause angekommen wurden alle Familienmitglieder angewiesen, im übrigen auch meine „knuddelsüchtige Oma“, Aki erstmal zu ignorieren.
Ich stellte einige Wassereimer für Peppers Machogehabe bereit und ließ, nachdem ich meine Bande weg gesperrt hatte, unser neues Familienmitglied aus dem Auto... ich musste ihn natürlich heben...
Auf dem Boden angekommen, fand er das keineswegs geheuer. Er schaute umher, markierte was die Büsche hielten und fand das alles gar nicht wirklich lustig.
Ein paar Minuten später ließ ich meine Damen aus der Tür.
„Wow, dachten sie... was ist das? Der könnte ja ganz niedlich sein, wenn die Formen stimmen würde“
Sie umschwänzelten ihn vorsichtig, Akis Brust wuchs und wuchs... er fand die Mädels toll.
Dann kam Pepper...
Als er Aki entdeckte, wurde er noch viel viel größer...
Die beiden benäselten sich. Aki schaute weg und gab nach.
Pepper nicht, die Rute wackelte zwar, aber er war bereit.
Für was? Für ein zickiges Knurren von hinten. Daisy dachte, jetzt mach ich Stimmung. Und rums, da hing Pepper dem armen Aki an den Ohren. Er fiepte. Ich rannte zum Wassereimer und schüttete, aber mein Hund ließ sich nicht beirren, Marco nutzte sein Mixery und schüttete, aber auch das nütze nix. Nachdem ich Pepper am Schwanze gepackt hatte und auf ihn ein schimpfte, gab er nach.
Er kam sofort ins dunkle Verließ.
Aki rannte in den Garten und saß dort in sich gekehrt für eine Stunde.
Und jeder in unmittelbarer Umgebung stank nach Mixery.
Nach etwa einer halben Stunde versuchte ich es erneut.
Ich verwarnte Pepper noch einmal und ließ ihn aus seiner Box.
Er rannt wieder zu Aki, schaute mich jedoch an... und wendete sich von ihm ab... Ein Stein purzelte.
Nachdem sich die Gemüter beruhigt hatten steckten, wir die Hunde ins Auto und fuhren aufs Feld, damit sie noch einmal rennen konnten.
Aki hatte es schwer hinterher zu kommen. Als wir zu einer Wiese kamen, lies er sich auf einmal niederfallen, wälze sich genüsslich im Gras und genoss die Sonne, die gerade unterging.
Wir fuhren wieder heim und gingen dann total erschöpft zu Bett.
Ich hatte die folgende Woche Urlaub.
Am kommenden Montag Morgen ging es auf zum gassi... 20 Minuten, dann war die Power aus Aki heraus.
Zuhause wurde er gewaschen, gekämmt... UND... gewogen: Kampfgewicht: 22 kg, so ca. 8 bzw. 9 kg zu viel.
DIÄT lieber Aki!
Seither sind einige Tage vergangen.
Wir haben angefangen zu „clickern“ und zu üben... z. B. „Pfötchen geben“ oder „Platz“.
Bei einem 5 Jährigen Macho bedarf dies jedoch viel Zeit und Geduld. Aber die haben wir, denn dieser Hund besitzt eine unsagbare Intelligenz und ist jede Mühe wert.
Und abgespeckt wurde auch schon.
Täglich 3, mindestens 35 minütige Gassigänge sind vorerst Pflicht.
Ich freue mich, Aki ein zu Hause gegeben zu haben und ich freue mich auf die Zeit, die ich mit ihm verbringen kann.
In diesem Sinne...
Auf eine gute Zeit.

Neues

Unser Aki war am 18.01.2006 4 Monate bei uns. Und genau an diesem Tag wurde unser Tierarzt-Kontrollbesuch zu einem Glücksmoment.
Wir haben es geschafft. Er hat sein Idealwicht von 16 kg erreicht (Anfangs- Kampfgewicht 22 kg).
Daraufhin gab es eine fette Bockwurst zum Abendbrot.
Wie wir das geschafft haben? Mit Reduktionskost, vielen Spaziergängen und unzähligen Händen voll Durchhaltevermögen. Es hat sich gelohnt.
Aki tobt mit den Anderen über die Felder, jagt Pepper hinterher wie ein Kaninchen und hat Freude am Leben und das nun sogar ein paar Jahre länger.
Auch Akis Zorn hat sich gegeben. Er bellt zwar noch sehr sehr viel, aber er hebt nicht mehr unangebracht seine Zähne. Und er liebt das Bürsten.
Mit Clickern haben wir ihm Rolle, Sitz, Platz, bleib, Pfötchen geben beigebracht und das ist erst der Anfang.
Ich denke, viel seiner unangemessenen Verhaltensweisen hatte er sich angeeignet, weil er einfach geistig nicht ausgelastet wurde. Wenn meine Daisy mich leicht blinzelnd ansieht und mich dann ignoriert, wenn ich ihr vorschlage nen bissl zu üben, sitzt in diesem Moment bereits Aki zu meiner Linken und wartet nur darauf loszulegen…
Ich weiß, dass er jeder Zeit in sein altes Muster verfallen kann, aber das in so kurzer Zeit erreichte lässt mich hoffen und gibt mir Mut zum Weitermachen!
Ich möchte noch einmal an alle Corgihalter (und alle anderen natürlich auch) appellieren.
Verkennt eure Tierliebe nicht! Natürlich fressen unsere Corgis gern und natürlich habe auch ich Spaß daran zu beobachten, wie sehr sich meine Hunde freuen, wenn sie mal etwas außer der Reihe bekommen… aber eben außer der Reihe.
Seid vernünftig!
Euer Hund hat mit diesen Kilos zuviel kein glückliches und unbeschwertes Leben. Ward ihr schon mal zu dick? Wie habt ihr euch gefühlt? Ich fand mich kurzatmig, röchelnd, nicht von der Stelle kommend, meine Knochen spürend und alle anderen, gut gebauten Gazellen beneidend!
Hey, man soll ja nicht vermenschlichen… aber hier passt es.
Ich weiß, meinem Aki geht es jetzt super und er sieht auch zum verlieben aus.
Wir haben viel Spaß draußen und toben herum…
Gönn euch das auch…
Mein Fazit über Corgis in Not: Ich würde es immer wieder machen!


Aki